Vergesst Autobahnen, Klimaanlagen und den Rausch der Geschwindigkeit. Wir machen es auf die ehrlichste Art, die es gibt: zwei Mann, zwei Puch Maxi, treue 30 km/h Reisegeschwindigkeit und das pure, ungefilterte Abenteuer direkt im Gesicht. Von Wimmis an die glitzernde Côte d'Azur — vorbei an glasklaren Seen, durch monumentale Flusstäler und über die sonnenverbrannten Hügel der Provence. 700 Kilometer, zwei Zylinder gegen den Rest der Welt.
Kein Autoverlad, keine steilen Bergwände — stattdessen ein grosser, eleganter Bogen nach Westen über legendäre Landstrassen: an glasklaren Seen vorbei, durch monumentale Flusstäler und über die sanften, sonnenverbrannten Hügel der Provence ans Meer. Wir meiden die hektischen Verkehrsachsen und das echte, ungeschminkte Frankreich abseits der Touristenströme — vier Etappen im Wohlfühltempo der Töffli.
Wir lassen das Kandertal hinter uns und rollen mit konstanten 30 km/h durchs geschichtsträchtige Broye-Tal dem ersten grossen Meilenstein entgegen: dem Genfersee. Erster Kaffee des Tages auf der Uferpromenade — Töffli-Feeling perfekt. Vorbei an Genf überqueren wir die Grenze und steuern auf Annecy zu, das «Venedig der Alpen», mit seinen historischen Kanälen, farbenfrohen Gassen und einem glasklaren See, in dem sich die untergehende Sonne spiegelt.
Tief hinein ins monumentale Isère-Tal. Links und rechts ragen die steilen Felswände der französischen Alpen empor — während wir tief im Tal auf geschwungenen Nebenstrassen unseren Wohlfühlrhythmus finden. Der Tag, an dem Mensch und Maschine eins werden. Am Nachmittag weicht das raue Alpenklima den ersten mediterranen Einflüssen. Tagesziel: das mittelalterliche Crest, dessen gewaltiger Festungsturm schon von Weitem den Weg ins Herz des Südens weist.
Heute riechen wir den Süden, bevor wir ihn sehen. Die Route schlängelt sich im gemütlichen Töffli-Takt durch die Haute-Provence — vorbei an endlosen Lavendelfeldern, knorrigen Olivenbäumen und verschlafenen Dörfern, in denen die Zeit stehengeblieben scheint. Höhepunkt: Sisteron, das «Tor zur Provence», wo die Durance spektakulär durch eine senkrechte Felsspalte bricht. Weiter bis Castellane, dem Vorhof der berühmten Verdon-Schlucht.
Pures Gänsehaut-Feeling: Wir folgen dem elegantesten Teil der historischen Route Napoléon, die sich gemächlich abwärts Richtung Mittelmeer windet. In Grasse, der Welthauptstadt des Parfums, liegt ein besonderer Duft in der Luft — dann öffnet sich der Blick und vor uns glänzt das tiefblaue Mittelmeer. Wir rollen mit unseren Zweitaktern direkt auf die Promenade des Anglais in Nizza, die letzten Kilometer auf der flachen Küstenstrasse. Und dann das grosse Finale: Einfahrt in Monaco, Einrollen am Yachthafen, eine Ehrenrunde auf dem Formel-1-Asphalt — wir haben es geschafft!
Wer mit 30 km/h reist, sieht die Welt mit anderen Augen. Wir fliegen nicht an der Landschaft vorbei — wir sind mittendrin. Wir spüren jeden Temperaturwechsel, riechen jeden Pinienwald und sehen Details, die jedem Autofahrer entgehen.
Wenn die Zündkerze streikt oder der Vergaser neu abgestimmt werden muss, gibt es keinen Pannendienst. Wir verlassen uns blind aufeinander und auf unser Werkzeug. Jedes erreichte Tagesziel ist ein gemeinsamer Sieg von Mensch und Mechanik.
Wir meiden den Massentourismus und lernen das echte, ungeschminkte Frankreich kennen. Käse direkt aus der Dorf-Käserei, Picknick am Flussufer und Gastfreundschaft dort, wo selten ein Fremder einkehrt.
Zwei fast identische Puch Maxi S — und genau das ist der Trick: Ein Ersatzteillager reicht für beide Maschinen. Vorbereitet in der eigenen Werkstatt in Wimmis, mit Ersatzteilen von scootertuning.ch im Gepäck. Dazu ein dritter im Bunde: der Anhänger — abwechselnd gezogen, weil er es in sich hat.
Wir sind zwei Mofa-Verrückte aus dem Berner Oberland. Zwischen Werkstatt, Familie und Mofa-Club ist die Idee entstanden, das langsamste motorisierte Fahrzeug der Schweiz auf die längste Reise seines Lebens zu schicken. Warum? Weil es geht. Wahrscheinlich. Hoffentlich.
Schaffen wir es bis Monaco — oder stehen wir schon am Genfersee mit festgefressenem Kolben am Strassenrand? Gib deinen Tipp ab! Nach der Tour werten wir alle Tipps aus, und wer am nächsten liegt, gewinnt ewigen Ruhm (und vielleicht ein kleines Souvenir von der Reise).
Ohne Unterstützung fährt kein Mofa 700 Kilometer. Diese Leute und Firmen machen Projekt Monaco möglich: