Zwei Mann, zwei Puch Maxi, treue 30 km/h und das pure, ungefilterte Abenteuer direkt im Gesicht. Von Wimmis bis an den Hafen von Monte Carlo — vorbei an glasklaren Seen, über Alpenpässe und die sonnenverbrannten Hügel des Südens. Hunderte Kilometer, unzählige Pannen, eine Ehrenrunde über den Formel-1-Asphalt. Zwei Zylinder gegen den Rest der Welt — und wir haben gewonnen.
Es war eine Idee. Für viele war sie verrückt. Für einige bestimmt nicht besonders schlau. Für uns war sie genau richtig.
Es war ein Abenteuer. Eine Herausforderung. Manchmal sogar ein Kampf. Es war die Liebe zur Maschine, zur Strasse und der unerschütterliche Wille, es durchzuziehen.
War es das wert? Auf jeden Fall.
Unser Hauptziel war es, einmal mit unseren eigenen Mofas über die Formel-1-Strecke in Monaco zu fahren. Doch am Ende merkten wir, dass Monaco gar nie das eigentliche Ziel war. Das Ziel war die Reise dorthin.
Der erste Tag verlangte uns alles ab. Schon früh wurden wir von den ersten Pannen ausgebremst. Genau das nahm uns etwas das Vertrauen in unsere Mofas. Würden sie die Reise wirklich schaffen? Würden wir es überhaupt bis nach Monaco schaffen?
Die ersten Zweifel waren da. Nicht nur an den Maschinen, sondern auch an unserem Vorhaben. Doch Aufgeben war nie eine Option. Also hiess es: schrauben, weiterfahren und Kilometer für Kilometer dem Ziel entgegen.
Auch der zweite Tag hatte es in sich. Wieder legten wir unglaublich viele Kilometer zurück. Doch diesmal lief alles wie am Schnürchen. Die Mofas funktionierten zuverlässig und das Vertrauen, das wir am ersten Tag etwas verloren hatten, kam langsam wieder zurück.
Eigentlich hatten wir bereits einen Campingplatz als Tagesziel ausgewählt. Doch als wir dort ankamen, merkten wir schnell: Das war nicht der Ort, an dem wir den Tag beenden wollten. Und weil wir noch genügend Zeit hatten, entschieden wir uns, weiterzufahren.
Vor uns lagen die ersten grossen Anstiege. Doch unsere Mofas meisterten sie wie wahre Helden. Jeder Höhenmeter machte stolz und zeigte uns, dass sie viel mehr konnten, als wir ihnen nach dem ersten Tag noch zugetraut hatten. Aus den Zweifeln wurde Vertrauen und aus der Anstrengung wurden echte Emotionen.
Als krönender Abschluss erreichten wir schliesslich einen Campingplatz, der sich fast wie ein kleines Stück Zuhause anfühlte. Ruhig, friedlich und genau der Ort, den wir nach diesem langen Tag gebraucht hatten. In diesem Moment wussten wir: Genau für solche Augenblicke sind wir losgefahren.
Wir waren viel schneller am Meer, als wir jemals erwartet hätten. Der zweite Tag war so gut gelaufen, dass wir unserem Zeitplan weit voraus waren. Fast mussten wir uns schon selbst bremsen. Also beschlossen wir, den Tag zum Ausruhen zu nutzen. Doch genau das war unser Fehler.
Wir waren nicht für einen Strandurlaub unterwegs. Wir hatten keine sauberen Kleider dabei, keine Strandausrüstung und keinen Komfort. Unser Gepäck war auf das Fahren ausgelegt — auf Schrauben, Reparieren und Kilometer sammeln. Nicht auf Stillstand.
Die Hitze wurde beinahe unerträglich. Ohne Fahrtwind fehlte die einzige Abkühlung, die wir die letzten Tage gewohnt waren. Die Zelte heizten sich auf wie Backöfen und an Schlaf war kaum zu denken. Also liessen wir den Regenschutz weg, damit wenigstens etwas Luft durch das Zelt ziehen konnte.
Mitten in der Nacht kam dann das böse Erwachen. Der Regen. Plötzlich mussten wir alles in Sicherheit bringen, das Zelt schliessen und versuchten danach irgendwie weiterzuschlafen. Doch die Nacht war vorbei. Der Schlaf fehlte, die Kraft ebenso. An diesem Tag merkten wir, dass wir zwar für jedes Abenteuer auf der Strasse bereit waren — aber nicht für einen Tag, an dem wir einfach nur stillstehen sollten.
Auf diese Nacht folgte der vierte Tag. Eigentlich sollte er nur noch ein kurzer Katzensprung bis nach Monaco werden. Doch genau dieser Tag wurde zur Hölle.
Die Strassen forderten langsam ihren Tribut. Schrauben lockerten sich, erste Teile gingen verloren, die Bremsen liessen nach und die Motoren liefen an ihrer Belastungsgrenze. Nicht, weil sie schlecht waren — ganz im Gegenteil. Unsere kleinen Mofas hatten bereits Hunderte von Kilometern zuverlässig hinter sich gebracht. Sie trugen uns und unser ganzes Gepäck über Berge, durch Hitze und über unzählige Strassen. Was ihnen zu schaffen machte, waren nicht mangelnde Qualität oder fehlende Zuverlässigkeit. Es waren die Bedingungen.
Der Verkehr stand immer wieder still. Die Strassen kannten nur noch steil nach oben oder steil nach unten. An jeder Steigung mussten die Motoren bis an ihre Grenzen arbeiten. Nach jeder Kreuzung mussten sie aus dem Stand wieder anfahren. Für einen fahrtwindgekühlten Motor gibt es kaum etwas Belastenderes. Manchmal zog der eine den anderen noch ein Stück mit. Manchmal wurde geschoben. Jeder Meter musste erkämpft werden.
Und dann geschah genau das, womit wir irgendwann rechnen mussten. Nur noch rund zwei Kilometer vor unserem Ziel begann einer der Motoren, sich selbst zu zerstören.
Doch niemand war wütend. Keiner machte den Mofas auch nur einen einzigen Vorwurf. Im Gegenteil. Sie hatten alles gegeben. Tag für Tag. Kilometer für Kilometer. Wenn überhaupt, dann verfluchten wir die Bedingungen, denen wir sie ausgesetzt hatten.
Zum Glück waren wir genau auf so einen Moment vorbereitet. Werkzeug, Ersatzteile und das nötige Wissen hatten wir dabei. Also taten wir das, was wir am besten konnten. Wir reparierten unsere treuen Begleiter.
Dann war er endlich da. Monaco. Nach einer kurzen Verschnaufpause machten wir unsere Mofas noch einmal bereit. Ein letzter Kontrollblick, noch einmal alles festziehen und ihnen die Ehre geben, die sie sich mehr als verdient hatten. Dann fuhren wir los.
Der Tunnel. Schon als wir hineinrollten, bekamen wir Gänsehaut. Für viele ist er einfach ein Tunnel. Für uns war er ein Traum. Genau hier fuhr einst Michael Schumacher mit seinem Marlboro-Ferrari. Genau hier schalteten die grössten Rennfahrer der Welt hoch. Und genau hier drehten auch wir den Gasgriff auf.
Nicht mit einem Formel-1-Auto. Sondern mit zwei Puch Maxi. Der Klang war ein anderer. Die Geschwindigkeit war eine andere. Doch das Gefühl war für uns nicht weniger besonders.
Kurve für Kurve fuhren wir über die berühmte Strecke. Die Haarnadel, der Tunnel, die Passage am Hafen — Orte, die wir jahrelang nur aus dem Fernsehen kannten. Doch an diesem Tag waren wir nicht mehr die Zuschauer. Wir waren diejenigen, die es mit ihren Mofas bis nach Monaco geschafft hatten. Mit genau den Mofas, die jeden einzelnen Kilometer mit uns gekämpft hatten. Sie waren nicht einfach ein Fortbewegungsmittel. Sie waren ein Teil unserer Reise.
Später standen wir vor dem Casino. Dort reihten sich Ferrari, Lamborghini, McLaren und Rolls-Royce aneinander. Jedes einzelne Auto war beeindruckend. Doch genau dort merkten wir etwas. Von diesen Autos gab es viele. Unsere beiden Puch Maxi dagegen waren einzigartig. Sie erzählten eine Geschichte.
Man sah es den Menschen an. Sie blieben stehen, lächelten, machten Fotos, stellten Fragen und konnten kaum glauben, dass wir tatsächlich mit diesen kleinen Mofas aus der Schweiz bis nach Monaco gefahren waren. In diesem Moment wussten wir: Nicht die schnellsten Fahrzeuge ziehen die grösste Aufmerksamkeit auf sich. Sondern diejenigen, die eine Geschichte erzählen. Und genau das taten unsere beiden Puch Maxi.
Ja, wir haben unser Ziel erreicht. Gewonnen haben wir aber etwas viel Grösseres.
Eine Reise, die uns für immer begleiten wird. Eine Freundschaft, die noch stärker geworden ist. Und Erinnerungen, die uns niemand mehr nehmen kann.
Wenn dir dein Kollege irgendwann sagt:
«Komm, fahren wir mit dem Mofa nach Monaco.»
Dann denk nicht lange nach. Sag einfach:
JA. ❤️
Ein Foto dauert einen Augenblick.
Unsere Reise dauerte fünf Tage.
Zwischen diesen Bildern liegen Hunderte Kilometer, unzählige Gespräche, Pannen, Begegnungen und Erinnerungen.
Wenn du all das erleben möchtest, laden wir dich ein, unsere Geschichte zu lesen.
→ Jetzt eintauchen


Wer mit 30 km/h reist, sieht die Welt mit anderen Augen. Wir fliegen nicht an der Landschaft vorbei — wir sind mittendrin. Wir spüren jeden Temperaturwechsel, riechen jeden Pinienwald und sehen Details, die jedem Autofahrer entgehen.
Wenn die Zündkerze streikt oder der Vergaser neu abgestimmt werden muss, gibt es keinen Pannendienst. Wir verlassen uns blind aufeinander und auf unser Werkzeug. Jedes erreichte Tagesziel ist ein gemeinsamer Sieg von Mensch und Mechanik.
Wir meiden den Massentourismus und lernen das echte, ungeschminkte Frankreich kennen. Käse direkt aus der Dorf-Käserei, Picknick am Flussufer und Gastfreundschaft dort, wo selten ein Fremder einkehrt.
Zwei fast identische Puch Maxi S — und genau das ist der Trick: Ein Ersatzteillager reicht für beide Maschinen. Vorbereitet in der eigenen Werkstatt in Wimmis, mit Ersatzteilen der Scooterama GmbH im Gepäck. Dazu ein dritter im Bunde: der Anhänger — abwechselnd gezogen, weil er es in sich hat.



Wir sind zwei Mofa-Verrückte aus dem Berner Oberland. Zwischen Werkstatt, Familie und Mofa-Club ist die Idee entstanden, das langsamste motorisierte Fahrzeug der Schweiz auf die längste Reise seines Lebens zu schicken. Warum? Weil es geht. Wahrscheinlich. Hoffentlich.
Vor dem Start habt ihr fleissig getippt: Kommen die zwei bis Monaco — oder stehen sie schon am Genfersee mit festgefressenem Kolben am Strassenrand? Hier ist die Auflösung.
Wer richtig getippt hat, darf sich auf die Schulter klopfen — und die ganze Geschichte gibt's weiter oben im Reisebericht.
Unsere Reise nach Monaco haben wir selbst finanziert. Wenn dir gefällt, was wir gemacht haben, und du unsere kleinen Kämpfer ein bisschen feiern möchtest, kannst du uns per Twint einen Kaffee, ein Bier in Monaco oder einen Schluck Benzin für die nächste verrückte Idee spendieren.
Ganz ohne Muss — merci viumau, dass du unsere Geschichte gelesen hast!
Ohne Unterstützung fährt kein Mofa 700 Kilometer. Diese Leute und Firmen machen Projekt Monaco möglich: